Bewerbung in der Metallbranche: Lehrberufe, Ablauf und Einstieg bei Fuchs Metalltechnik GmbH

Werkstatt-Stillleben zur Bewerbung in der Metallbranche: Arbeitshandschuhe, Messschieber, technische Zeichnung und gefertigte Metallteile auf der Werkbank
Bild: KI-generiert

Eine Bewerbung in der Metallbranche scheitert selten am Notendurchschnitt. Sie scheitert meistens daran, dass beide Seiten zu wenig voneinander wissen: Die Bewerberin kennt den Betrieb nicht, und der Betrieb erfährt nicht, was sein Gegenüber eigentlich interessiert. Bei der Fuchs Metalltechnik GmbH in Ybbsitz entstehen Stanzteile, Drahtbiegeteile und Werkzeuge, die in Autos, Skibindungen, Schreibtischen oder Rasenmähern stecken. Wer hier einsteigt, arbeitet an Teilen mit, die tatsächlich ausgeliefert werden. Dieser Beitrag zeigt Ihnen, welche Lehrberufe im Haus ausgebildet werden, wie der Weg vom ersten Schnuppertag bis zur Zusage abläuft, was in die Unterlagen gehört und welche Einstiege es abseits der Lehre gibt.

Bewerbung in der Metallbranche: Was ein Fertigungsbetrieb wirklich liest

Eine Bewerbung in der Metallbranche wird anders gelesen als eine im Handel oder im Büro. Formulierungskunst zählt wenig. Entscheidend ist, ob erkennbar wird, dass sich jemand mit dem Beruf beschäftigt hat und weiß, worauf er sich einlässt. Ein Satz wie „Ich interessiere mich für Technik" sagt nichts. Ein Satz wie „Beim Schnuppertag habe ich gesehen, wie ein Schnittwerkzeug eingestellt wird, und genau das möchte ich lernen" sagt alles.

Fertigungsbetriebe achten auf drei Dinge: Genauigkeit, Verlässlichkeit und die Bereitschaft, Dinge mehrmals zu machen, bis sie stimmen. In der Stanztechnik entscheiden Hundertstelmillimeter darüber, ob ein Teil in die Serie geht oder in den Ausschuss. Dieselbe Sorgfalt gilt in der Befestigungstechnik für Fenster, wo jedes Teil später am Bau tragen muss. Wer im Bewerbungsgespräch zeigt, dass ihm Sorgfalt liegt, hat mehr gewonnen als mit jeder Standardformulierung.

Hilfreich ist auch, den Betrieb einordnen zu können. Die Fuchs Metalltechnik GmbH fertigt keine Einzelstücke, sondern Serienteile: Ein Werkzeug entsteht einmal, danach laufen damit oft Hunderttausende gleiche Teile. Das prägt den Arbeitsalltag. Es wird gemessen, dokumentiert und nachjustiert, und ein Fehler am Werkzeug vervielfältigt sich sofort. Wer das im Gespräch von sich aus anspricht, zeigt, dass er nicht nur ein Berufsbild gelesen, sondern verstanden hat, worum es geht.

Diese Lehrberufe bildet die Fuchs Metalltechnik GmbH aus

Im Betrieb werden drei Lehrberufe ausgebildet. Die folgenden Angaben stammen aus der aktuellen Lehrstellenausschreibung des Unternehmens.

  • Metalltechniker/in – Werkzeugbautechniker/in: 3,5 Jahre Lehrzeit, Berufsschule Neunkirchen, Einstiegseinkommen 1.000 Euro im Monat.
  • Prozesstechniker/in: 3,5 Jahre Lehrzeit, Berufsschule Neunkirchen, Einstiegseinkommen 1.000 Euro im Monat.
  • Bürokaufmann/-frau: 3 Jahre Lehrzeit, Berufsschule Schrems, Einstiegseinkommen 935,66 Euro im Monat.

Die beiden technischen Lehrberufe unterscheiden sich weniger im Material als im Blickwinkel. Im Werkzeugbau geht es um das Werkzeug selbst: um das Stück Stahl, mit dem später Hunderttausende gleiche Teile entstehen. In der Prozesstechnik geht es um die Anlage, die damit läuft, und um alles, was dafür stimmen muss. Wer gern tüftelt und misst, ist im ersten Beruf richtig. Wer gern dafür sorgt, dass eine ganze Fertigung rund läuft, im zweiten.

Doppellehre: zwei Abschlüsse in vier Jahren

Für Metalltechniker/innen – Werkzeugbautechniker/innen gibt es zusätzlich die Möglichkeit einer Doppellehre. Kombiniert wird entweder mit Technische/r Zeichner/in oder mit Prozess- und Fertigungstechniker/in. Die Lehrzeit verlängert sich dadurch von 3,5 auf 4 Jahre.

Ein halbes Jahr mehr für einen zweiten Abschluss ist ein gutes Geschäft, wenn die Richtung passt. Die Kombination mit dem technischen Zeichnen führt näher an die Konstruktion heran, also an die Frage, wie ein Teil überhaupt entworfen wird. Die Kombination mit der Prozess- und Fertigungstechnik führt näher an die Serie heran. Wer sich zu Beginn noch nicht festlegen will, hält sich mit der Doppellehre beide Türen offen.

Was Sie in der Lehre tatsächlich in die Hand bekommen

Lehrberufe klingen in Beschreibungen oft gleich. Der Unterschied zeigt sich erst an dem, was täglich auf der Werkbank liegt.

In der Lehre zum Metalltechniker und Werkzeugbautechniker lernen Sie, wie Schnitt-, Stanz- und Formwerkzeuge entstehen, wie die Grundlagen der Metallbearbeitung funktionieren, wie Sie Werkzeuge montieren und so lange einstellen, bis alles präzise läuft, und wie Sie CNC-Maschinen programmieren und steuern. Als Prozesstechniker/in richten Sie Produktionsanlagen ein, bedienen sie, beheben Störungen, wählen Materialien und Werkzeuge aus, lesen technische Unterlagen, planen Arbeitsabläufe, prüfen die Qualität und verbessern laufende Prozesse. Als Bürokaufmann oder Bürokauffrau erledigen Sie den Schriftverkehr, arbeiten im Einkauf und im Vertrieb mit und wenden betriebswirtschaftliche, rechtliche und buchhalterische Grundlagen an.

Alle drei Berufe treffen sich an denselben Aufträgen. Ein Auftrag aus der Drahtbiegetechnik braucht jemanden, der das Biegewerkzeug fertigt, jemanden, der die Anlage einrichtet und laufen lässt, und jemanden, der Termin, Material und Rechnung im Griff hat. Deshalb sitzen Lehrlinge hier nicht in einer Lehrwerkstätte abseits, sondern arbeiten im Tagesgeschäft mit.

Der Weg zur Lehrstelle: vom Schnuppertag bis zur Zusage

Der Ablauf ist überschaubar, und er beginnt früher, als die meisten denken.

  • Schnuppertag vereinbaren. Der ehrlichste Weg herauszufinden, ob ein Beruf passt. Auf der Seite Schnuppertag lässt sich ein Termin anfragen.
  • Unterlagen schicken. Über das Online-Formular oder per Mail, je nachdem, was angeboten wird.
  • Kennenlernen im Betrieb. Ein Gespräch, meist verbunden mit einem Rundgang durch die Fertigung.
  • Zusage und Lehrvertrag. Danach steht der Lehrbeginn fest, in der Regel im Spätsommer.

Das Kennenlernen im Betrieb ist kein Verhör. Gefragt wird, was Sie bisher gemacht haben, was Ihnen beim Schnuppern aufgefallen ist und wie Sie sich die nächsten Jahre vorstellen. Stellen Sie ruhig selbst zwei Fragen, etwa nach dem Ablauf der ersten Wochen oder danach, an welchen Maschinen Lehrlinge im ersten Jahr arbeiten. Wer fragt, wirkt interessiert, nicht unwissend.

Der wichtigste Punkt ist der Zeitpunkt. Lehrstellen für den kommenden Herbst werden häufig schon im Winter davor vergeben. Wer erst im Juni anfragt, findet die Plätze oft besetzt. Realistisch ist: schnuppern im Herbst oder Winter, bewerben zwischen Jänner und Frühjahr.

Was in die Bewerbungsunterlagen gehört

Für eine Bewerbung in der Metallbranche braucht es kein aufwendiges Dossier. Vollständig und nachvollziehbar reicht völlig.

  • ein kurzes Anschreiben mit einem konkreten Satz, warum genau dieser Beruf und genau dieser Betrieb;
  • einen Lebenslauf mit Schulen, Praktika und Schnuppertagen;
  • das letzte Zeugnis, bei laufendem Schuljahr das Semesterzeugnis;
  • Bestätigungen über Schnuppertage, Kurse oder Ferialarbeit, falls vorhanden;
  • Telefonnummer und Mailadresse, die auch wirklich erreichbar sind.

Drei Fehler kosten regelmäßig die Chance: eine Mailadresse aus Schulzeiten, die niemand mehr abruft; ein Anschreiben, das erkennbar an zwanzig Betriebe gleichzeitig ging; und Dateien, die sich nicht öffnen lassen. Schicken Sie ein einziges PDF mit einem sprechenden Dateinamen aus Nachname und Beruf. Und heben Sie ab, wenn eine unbekannte Nummer aus der Region anruft.

Einstieg ohne Lehre: offene Stellen, Ferialarbeit und Initiativbewerbung

Nicht jeder Einstieg führt über eine Lehrstelle. Ausgeschrieben werden je nach Bedarf Stellen in der Produktion, im Metallhandwerk, in der Drahtbiegetechnik sowie im Lager und in der Lagerlogistik. Dazu kommen Plätze für Ferialpraktikantinnen und Ferialpraktikanten, die im Sommer in die Fertigung hineinschauen wollen.

Steht gerade nichts Passendes offen, ist die Initiativbewerbung der richtige Weg. Sie wird entgegengenommen und liegt auf, wenn ein Platz frei wird. Eine Übersicht über beides, offene Stellen und Lehrberufe, finden Sie auf der Seite Karriere und Lehre. Erwähnenswert ist außerdem, dass im Betrieb die Möglichkeit einer 4-Tage-Woche besteht.

Für Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger gilt dasselbe wie für Lehrlinge: Entscheidend ist, was Sie tatsächlich gemacht haben. Schreiben Sie konkret, an welchen Maschinen Sie gearbeitet haben, welche Werkstoffe Sie kennen und ob Sie Schichtarbeit gewohnt sind. Ein Lebenslauf mit drei aussagekräftigen Zeilen zur letzten Tätigkeit ist mehr wert als eine Liste von Stationen ohne Inhalt.

Häufige Fragen zur Bewerbung und zur Lehre

Welchen Schulabschluss brauche ich für eine Lehre?

Voraussetzung für den Beginn einer Lehre in Österreich ist die erfüllte allgemeine Schulpflicht, also neun Schuljahre. Welche Schule Sie davor besucht haben, ist weniger entscheidend als das, was Sie mitbringen: Interesse am Beruf, Verlässlichkeit und die Bereitschaft, sorgfältig zu arbeiten. Ein Schnuppertag sagt über die Eignung mehr aus als ein Zeugnis.

Kann ich Lehre und Matura verbinden?

Ja. Die Lehre mit Matura wird im Betrieb ermöglicht und unterstützt. Sie besuchen dabei neben der Lehre die Vorbereitungskurse für die Berufsreifeprüfung und schließen mit einem vollwertigen Maturaabschluss ab, der Ihnen später auch ein Studium offenhält.

Wie viel verdient man in der Lehre?

Laut aktueller Ausschreibung liegt das Einstiegseinkommen bei den technischen Lehrberufen bei 1.000 Euro im Monat, bei Bürokaufmann und Bürokauffrau bei 935,66 Euro. Das Lehrlingseinkommen steigt in jedem Lehrjahr. Gute Noten in der Berufsschule werden im Betrieb zusätzlich belohnt.

Wann soll ich mich bewerben, und was mache ich, wenn gerade nichts offen ist?

Für einen Lehrbeginn im Spätsommer bewerben Sie sich am besten im Winter oder im Frühjahr davor. Für offene Stellen gilt: laufend nachsehen. Ist nichts ausgeschrieben, schicken Sie eine Initiativbewerbung. Sie kostet wenig Aufwand und ist erfahrungsgemäß der häufigste Weg, über den Betriebe kurzfristig jemanden finden.

Fazit

Eine Bewerbung in der Metallbranche gelingt, wenn Sie früh dran sind, den Betrieb einmal von innen gesehen haben und in einem Satz sagen können, warum genau dieser Beruf. Die Fuchs Metalltechnik GmbH bildet in Ybbsitz Metalltechniker und Werkzeugbautechniker, Prozesstechniker und Bürokaufleute aus, dazu zwei Varianten der Doppellehre und die Lehre mit Matura. Daneben gibt es Stellen in Produktion, Metallhandwerk, Drahtbiegetechnik und Lager sowie Plätze für Ferialpraktikanten. Der beste erste Schritt ist kein Schreiben, sondern ein Schnuppertag. Danach schreibt sich die Bewerbung fast von selbst.